Utah erhebt Anklage gegen Kalshi und die Mitgründer wegen Sportwetten
Utah hat den Prognosemarkt Kalshi sowie die Gründer Tarek Mansour und Luana Lopes Lara wegen illegaler Glücksspielwerbung angeklagt – einen Tag nach der Klage der CFTC.

Der US-Bundesstaat Utah hat Strafanklage gegen den Prognosemarkt Kalshi und dessen beide Mitgründer erhoben. Der Vorwurf: illegale Förderung von Glücksspiel im Bundesstaat. Der Schritt folgt einen Tag nachdem die Derivateaufsicht CFTC Utah verklagt hatte, um die Durchsetzung der Glücksspielgesetze gegen bundesweit regulierte Börsen zu stoppen.
Laut den Anklageschriften müssen sich KalshiEX LLC, CEO Tarek Mansour und COO Luana Lopes Lara wegen eines Falls von systematischer rechtswidriger Tätigkeit (Verbrechen zweiten Grades), zwölf Fällen der Online-Glücksspielförderung (Verbrechen dritten Grades) und eines Falls der Glücksspielförderung (Vergehen) verantworten.
Verdeckte Wetten
Die Staatsanwaltschaft erklärt, ein Sonderermittler des Utah State Bureau of Investigation habe als vermeintlicher Einwohner Utahs ein verdecktes Konto eröffnet und im September zwölf Wetten auf Sportereignisse wie NFL- und College-Spiele platziert. Dabei habe er eine Standortprüfung bestanden, die seinen Aufenthalt im Bundesstaat bestätigte. Kalshi habe an den Gebühren jeder Wette verdient.
„Glücksspiel ist in Utah illegal – egal, ob man wettet, das Spiel betreibt oder dafür wirbt“, sagte Generalstaatsanwalt Derek Brown. Eine Bundesregistrierung stelle ein Unternehmen nicht über das Gesetz. Welche Strafen er anstrebt, ließ sein Büro offen; die Verbrechensvorwürfe können Haft nach sich ziehen.
Kalshi sprach von einer „verrückten Überreaktion“ und warf Utah politisches Kalkül vor. Man wolle das Verfahren vor Gericht stoppen, so wie zuvor in Arizona.
Streit über mehrere Instanzen
Utah, dessen Verfassung Glücksspiel verbietet, hatte Kalshi vergangene Woche vor einem Staatsgericht verklagt. Die CFTC reichte daraufhin eigene Klage ein – Utah ist der zehnte Bundesstaat, gegen den die Behörde vorgeht. Chairman Michael Selig betonte, der Kongress habe der CFTC die alleinige Aufsicht über diese Märkte übertragen.
Im August hatte Bundesrichter Robert Shelby entschieden, dass Bundesrecht Utahs Befugnis zur Durchsetzung seiner Glücksspielgesetze nicht verdränge. Kalshi geht im Berufungsverfahren vor den Tenth Circuit; eine einstweilige Verfügung lehnte dieser im September ab.
Die Berufungsgerichte sind uneins: Der Third Circuit entschied im April, New Jersey dürfe Sportkontrakte auf den Plattformen nicht regulieren, während der Sixth und der Ninth Circuit Ohio, Tennessee und Nevada recht gaben. New Jersey hat den Supreme Court angerufen, unterstützt von 39 weiteren Bundesstaaten und Washington, D.C.
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