Masters & Robots 2026: Europas erste Modenschau für Roboter
Zum 10. Mal trafen sich Gründer und Investoren bei Masters & Robots in Warschau. Intuition und Vertrauen zählen in Krisen, dazu gab es Europas erste Roboter-Modenschau.

Die 10. Ausgabe der Konferenz Masters & Robots in Warschau endete mit einer Premiere für Europa: einer Modenschau für humanoide Roboter und „Roboterhunde“. Zuvor diskutierten Gründer, Investoren und Experten unter dem Motto „Turbulence ahead. Buckle up!“, wie sich widerstandsfähige Unternehmen in unsicheren Zeiten aufbauen lassen.
Intuition und Beziehungen vor harten Daten
In einem Panel über Unternehmensführung in permanenter Unsicherheit, moderiert von Jarosław Sroka für Sebastian Kulczyks InCredibles, lautete das Fazit: Berechnungen und Daten sind unverzichtbar, doch über das Überleben junger Tech-Firmen in Marktturbulenzen entscheiden weiterhin Intuition, Vertrauen und zwischenmenschliche Beziehungen.
Przemek Gdański, CEO von BNP Paribas Bank Polski, und die Neurowissenschaftlerin Vivienne Ming warnten vor der menschlichen Neigung zu Abkürzungen. Das Gehirn sei auf Energiesparen ausgelegt, erfolgreich mit Technologie würden aber nur Organisationen bleiben, die neugierig und intellektuell demütig bleiben. Verhaltensökonom Phil Barden ergänzte, Algorithmen sagten wiederkehrendes Verhalten gut voraus, verstünden aber nicht die emotionalen und sozialen Motive hinter dem Erfolg neuer Produkte.
Adam Pantanowitz zeigte anhand eigener Projekte, dass große Durchbrüche selten in Laboren mit unbegrenztem Budget entstehen. Oft geschehen sie unter knappen Mitteln, wenn eine Technologie einen klaren humanitären Zweck hat.
Roboter auf dem Laufsteg, Sicherheit im Fokus
Die Modenschau fand mit technischer Unterstützung von x-kom robotics und in Kooperation mit dem Institut für Kreativwirtschaft statt, das polnische Designer für Kollektionen der Maschinen gewann. Die Veranstalter sprechen von einer künstlerischen Reflexion über den gemeinsamen Raum von Mensch und Maschine.
Beim Thema Cybersicherheit sagte Ramses Gallego von DXC Technology, im Internet der Dinge laute die entscheidende Frage nicht mehr „Wer hat Zugriff worauf?“, sondern „Was hat Zugriff worauf?“. Der Investigativjournalist Geoff White erklärte, Cyberkriminalität sei zur professionellen Industrie geworden; Tech-Unternehmen könnten sie nur mit KI in der Verteidigung und unter Beibehaltung des menschlichen Faktors schlagen.
Jowita Michalska, CEO von Digital University, betonte, Technologie dürfe Menschen unterstützen, aber nie menschliches Urteilsvermögen bei Entscheidungen über Leben ersetzen. Vizepremier und Digitalminister Krzysztof Gawkowski verglich digitale Kompetenz mit dem Anschnallen im Auto und sagte, anders als bei den Tabakkonzernen bleibe bei Big Tech keine Zeit von Jahrzehnten für Regulierung und Aufklärung, sondern „höchstens einige Jahre“.
Veranstalter ist Digital University; strategische Partner waren BNP Paribas Bank Polski, Kulczyk Investments, InCredibles, DXC Technology und das Digitalministerium.
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