SK Hynix rechnet bis mindestens 2030 mit knappem, teurem Speicher
Apples wichtiger Speicherlieferant SK Hynix erwartet, dass RAM und Flash-Speicher mindestens bis 2030 knapp bleiben. Auch Vorzugskunden müssen mit höheren Preisen rechnen.

SK Hynix, einer der wichtigsten Speicherlieferanten von Apple, warnt vor einer lang anhaltenden Knappheit bei RAM und Flash-Speicher. Nach Einschätzung des Unternehmens dürfte sie mindestens bis 2030 andauern und die Preise hoch halten.
Künstliche Intelligenz treibe weiterhin Nachfrage und Wachstum, so SK Hynix. Das Angebot könne damit nicht Schritt halten: Die modernsten Fertigungsverfahren seien technisch anspruchsvoll, und der Bau neuer Produktionsstätten dauere lange. Kurz- bis mittelfristig lasse sich daher kaum etwas tun. Das Unternehmen geht davon aus, dass die Nachfrage das Angebot bis 2030 übersteigt.
Vorrang bei Bestellungen, aber kein Preisschutz
SK Hynix hat langfristige Verträge mit 14 großen Technologiekunden über bevorzugte Bestellungen abgeschlossen; Apple gehört vermutlich dazu. Diese Abnehmer sollen 2027 und 2028 zusammen mehr als die Hälfte der Produktion abnehmen, einige wollen ihre Vereinbarungen verlängern.
Vor steigenden Kosten schützen die Verträge jedoch nicht. Sie enthalten laut SK Hynix einen Mechanismus, der die Marktbedingungen innerhalb einer mit den Kunden vereinbarten Preisspanne widerspiegelt. Gesicherte Liefermengen gibt es also nur mit dem Risiko marktbedingter Preisaufschläge.
Für Apple ist das ungewohnt, denn der Konzern sitzt in Verhandlungen mit Zulieferern sonst meist am längeren Hebel. Bei Arbeits- und Flash-Speicher dürfte er Verträgen zugestimmt haben, die deutliche Preiserhöhungen erlauben, um Liefermengen zu sichern.
Leiterplatten als nächster Engpass
Ein weiterer Bericht nennt Leiterplatten als mögliche nächste knappe Komponente. Aus dem einstigen Massenprodukt ist Spezialtechnik mit mehr Lagen und höheren Bandbreitenanforderungen geworden. Diese Komplexität verkleinere den Kreis der Lieferanten und verlängere die Lieferzeiten.
Apple hatte im Juni erklärt, die Preissteigerungen so weit wie möglich abfedern zu wollen, bislang ist das aber nicht gelungen. Für Kunden heißt das: Höhere Preise für iPhone, Mac und andere Geräte mit viel Speicher könnten Jahre statt Monate ein Thema bleiben.
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