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Start-ups·2 Min. Lesezeit

Ravical sammelt 17 Mio. Dollar Seed von MMC für KI in Steuerkanzleien

Das Startup Ravical, Anbieter einer KI-Plattform für Buchhaltungs- und Steuerkanzleien, erhält 17 Millionen Dollar von MMC Ventures und will in die USA expandieren.

Accountants reviewing AI-generated client workflows on a laptop in a modern European office.
Bild: BRIDGE

Ravical, Anbieter einer KI-Plattform für Buchhaltungs- und Steuerkanzleien, hat am 29. Oktober eine Seed-Finanzierung über 17 Millionen Dollar bekannt gegeben. Angeführt wird die Runde von MMC Ventures. Die Bestandsinvestoren Lakestar und Pitchdrive beteiligen sich ebenso wie der neue Geldgeber Shapers. Zur Bewertung macht das Unternehmen keine Angaben.

Damit steigt das Gesamtkapital auf 25 Millionen Dollar. Das Geld soll das Geschäft in Großbritannien, Belgien, den Niederlanden und Deutschland stärken, die Expansion in weitere europäische Länder finanzieren und den Einstieg in die USA ermöglichen. Laut Unternehmen nutzen bereits mehr als 100 europäische Kanzleien die Plattform.

Geschäftsmodell unter Druck

Ravical zufolge gerät das klassische Modell der Branche ins Wanken: wachsen durch Neueinstellungen und den Verkauf von Fachwissen. Die Nachfrage steigt, doch es kommen weniger Berufseinsteiger nach, und erfahrene Kräfte sind schwer zu finden. Gleichzeitig übernimmt KI viele Aufgaben, die früher Personal banden, und Fachwissen ist für Mandanten wie Wettbewerber per Suche abrufbar. Eine eigene Untersuchung des Unternehmens ergab, dass 70 Prozent der britischen kleinen Unternehmen KI-Ratschlägen folgen, ohne einen Steuerberater zu fragen.

Unterscheiden kann sich eine Kanzlei laut Ravical nur noch durch die Art, wie ihre besten Köpfe urteilen, beraten und Aufgaben abschließen. Dieses Wissen bleibe jedoch meist bei Einzelnen und erreiche nur deren Mandanten. Die Plattform überführt die Arbeitsweise der Spitzenkräfte in gemeinsame Abläufe, die die KI für alle Mandanten ausführt. Persönliche KI-Werkzeuge beschleunigten nur eine Person, so das Unternehmen, Ravical hebe dagegen die Leistung der ganzen Kanzlei.

Vier Kernfunktionen

„Signal“ liest fortlaufend E-Mails, Dokumente, Transaktionen und Mandantenkontakte und findet so Umsatzchancen. „Workflows“ erfasst die Mandantensituation, führt Schritte aus, bindet die passenden Fachleute ein und stoppt dort, wo ein Berater entscheiden muss. „Price“ bestimmt Honorare anhand früherer Ergebnisse, Preislisten und Beratungsinhalte, orientiert am Ergebnis statt an Arbeitsstunden. „Control“ zeigt der Führung auf einen Blick, wie KI genutzt wird, was sie kostet und welchen Wert sie schafft.

Laut Ravical ist die Vorarbeit erledigt, sobald Nutzer ihren Rechner starten, samt Begründung, sodass sich Berater auf Prüfung, Korrektur und Freigabe konzentrieren. Die britische Kanzlei Gascoynes erklärt, sie bearbeite komplexe Themen wie Erbschaftsteuer und Forschungszulagen nun selbst statt extern, und ihre Honorare für Steuerplanung seien im Jahresvergleich um 49 Prozent gestiegen, fast vollständig bei Bestandsmandanten.

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