Lengow übernimmt Daily&Co und steigt ins Marketplace-Geschäft ein
Lengow kauft seinen Partner Daily&Co und erweitert die Software um den laufenden Betrieb auf Marktplätzen. Das Angebot richtet sich an Marken mit knappen Ressourcen.

Der Nantaiser Softwareanbieter Lengow übernimmt seinen Partner Daily&Co und baut sein Angebot vom Katalogmanagement auf den täglichen Betrieb von Marktplatz-Verkäufen aus. Den Kaufpreis nannte das Unternehmen nicht.
Der Hintergrund: Eine Marke kann die Software für den Vertrieb auf mehreren Marktplätzen besitzen und trotzdem kein Team haben, das den Kanal betreibt. Mit dem Veröffentlichen eines Katalogs ist es nicht getan. Produktseiten müssen angereichert, Fehler behoben, Verkäufe aktiviert, Kunden betreut und Rechnungen verwaltet werden. Diese Lücke zwischen Werkzeug und Umsetzung will Lengow schließen.
Was Daily&Co mitbringt
Das in Lissabon ansässige Unternehmen verwaltet nach eigenen Angaben die Verkäufe von Marken und Herstellern auf mehr als 40 Marktplätzen in Europa und Nordamerika. Zu den Kunden zählen Dessange, Holcim und Medela. Daily&Co kombiniert Datenmanagement-Tools mit Managed Services: Steuerung, Governance und Anreicherung von Produktinformationen, Katalogveröffentlichung und Überwachung der Marktplatzabläufe bis hin zu Kundenservice und Fakturierung.
„Marken erwarten heute mehr als Technologie: Sie wollen einen Partner, der ihre Kanäle gemeinsam mit ihnen steuert“, sagt Lengow-CEO Nicolas Appert. Daily&Co-Gründer François Nieuwlaet erklärt, sein Team arbeite seit Jahren mit der Lengow-Technologie; der Zusammenschluss biete Kunden eine stabilere Plattform mit demselben Team.
Lengow nennt mehr als 3.600 Kunden in über 60 Ländern, die als Absatzpotenzial für die neuen Services gelten. Sie lassen sich an Marken verkaufen, denen der Kanal intern zu komplex geworden ist, oder an Marken mit passendem Katalog, aber ohne Team. Preise, Service-Zusagen und die Aufteilung der Verantwortung blieben offen.
Der Produktivitätstest
Der Zukauf folgt auf den Einstieg von Marlin Equity Partners als Mehrheitseigner im Februar 2021 und die Übernahme von Netrivals im April 2022, die Preisbeobachtung und Wettbewerbsanalyse brachte. Dienstleistungen verändern jedoch die Wirtschaftlichkeit: Wenn jeder neue Kunde proportional mehr Personal erfordert, wachsen die Kosten so schnell wie der Umsatz. Appert verweist auf generative KI für das Katalogmanagement. Entscheidend wird, ob Daily&Co Methoden über Kunden hinweg bündeln und Routineaufgaben automatisieren kann.
Offen ist zudem die Rolle der Agenturen, die Lengows Plattform nutzen und nun mit dem eigenen Serviceangebot des Anbieters konkurrieren könnten. Zu den Wettbewerbern zählen Channable, ChannelEngine, Rithum und Shoppingfeed.
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