Hakim Benotmane erstattet neue Anzeige gegen Anthony Bourbon
Der Investor und Influencer Hakim Benotmane hat in Paris Anzeige erstattet, unter anderem wegen Anstiftung zum Suizid. Sie richtet sich gegen Rivale Anthony Bourbon und das Kollektiv AVI.

Der Investor und Influencer Hakim Benotmane, bekannt aus der M6-Sendung „Patron incognito“ und inzwischen auf der Warnliste der französischen Finanzmarktaufsicht AMF, hat in Paris eine neue Strafanzeige eingereicht. Sie umfasst unter anderem „Anstiftung zum Suizid“, Cybermobbing durch eine Meute und Verletzung der Privatsphäre. Ins Visier nimmt sie unter anderem Anthony Bourbon, Gründer des Investmentclubs Blast, sowie das Kollektiv Aide aux victimes d'influenceurs (AVI).
Ein Streit, der im Netz begann
Der Konflikt reicht in den Herbst 2025 zurück. Damals warnte Bourbon, bekannt aus „Qui veut être mon associé ?“, vor einem „Mythomanen vom Dienst, der seine Firma für 100 Millionen verkauft hat“. Benotmane, Gründer der Restaurantkette Nabab Kebab, gibt an, diese Summe durch den Verkauf der Franchise erhalten zu haben. Aus dem Schlagabtausch in sozialen Netzwerken wurde rasch ein Rechtsstreit mit Anzeigen auf beiden Seiten.
Benotmanes Anwalt Tristan Simon erklärt, die neue Anzeige solle klären, wer individuell für die hasserfüllten und drohenden Nachrichten verantwortlich ist. Bourbons Anwalt Romain Verzeni entgegnet, sein Mandant habe das Interesse an Benotmane verloren und lasse die Verfahren laufen. Die Beschwerden von Mitgliedern des Investorenclubs Hakisition und die Aufnahme in die AMF-Liste bestätigten, dass die Warnung nötig gewesen sei.
Parallele Verfahren
Im April reichte AVI in Paris eine Sammelklage im Namen von rund sechzig Hakisition-Mitgliedern ein, mit Vorwürfen wie Betrug, Täuschung und Vertrauensmissbrauch. Benotmanes Lager wirft AVI nun vor, die Mitgliederdatei zweckentfremdet zu haben, um illegal Kläger zu werben. AVI weist das als Nebelkerze zurück. Hakisition erklärt, bei der AMF nach den Gründen für die Listung gefragt, aber keine Antwort erhalten zu haben. Gegen Benotmane besteht zudem seit einem Urteil von 2023 ein Geschäftsführungsverbot in Frankreich.
Auch Bourbons Lager geht juristisch vor. Eine Anzeige vom Dezember 2025 richtet sich gegen Benotmane und anonyme Kontoinhaber wegen eines mutmaßlichen Cybermobbing-Plans; im Sommer ordnete das Pariser Gericht an, dass Meta und Google Identifikationsdaten dieser Konten herausgeben. Laut einer informierten Quelle hat Bourbon Benotmane zudem vor das Pariser Wirtschaftsgericht geladen, wegen irreführender Geschäftspraktiken: Benotmane hatte Hakisition als größten frankophonen Investorenclub vor Blast dargestellt. Bourbon fordert über 1,5 Millionen Euro. Hakisition-Chefin Laetitia Rebouh kündigt an, sich zu verteidigen.
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