Google Cloud: PLC-Fehlkonfiguration löste London-Ausfall aus
Google Cloud erklärt den Ausfall vom 20. Oktober in London: Eine falsch konfigurierte PLC verhinderte den Start der Notstromgeneratoren.

Google Cloud hat die Ursache für den Ausfall vom 20. Oktober in der Verfügbarkeitszone europe-west2-b in London benannt: Eine falsch konfigurierte speicherprogrammierbare Steuerung (PLC) gab den Notstromgeneratoren nie den Startbefehl. Betroffen waren Dienste von Lloyds, HSBC, Royal Mail und Revolut.
In einem Update auf der Statusseite vom 4. November beschreibt das Unternehmen den Aufbau des Standorts: Er nutzt eine 2N-Stromarchitektur mit vollständig doppelten Versorgungspfaden für jede kritische Last. Eine zentrale Hochspannungs-Generatorbank wird von einer redundant ausgelegten PLC gesteuert. Gespeist wird der Standort über zwei unabhängige Netzeinspeisungen, A und B, sowie einen Reserveanschluss für die manuelle campusweite Umschaltung.
Kabelschaden zum ungünstigen Zeitpunkt
Als Grundursache nennt Google den Ausfall eines externen Erdkabels des Stromversorgers, das an Einspeisung A hängt. Einspeisung B war zu diesem Zeitpunkt nicht verfügbar: Ihr Leistungsschalter war physisch geöffnet worden, um Reparaturen nach Problemen bei einem vierteljährlichen Generator-Lasttest am 14. Oktober 2026 durchzuführen. Einspeisung A trug daher die gesamte kritische Last.
Als A ausfiel, übernahmen die unterbrechungsfreien Stromversorgungen (USV), die die Zone fünf Minuten halten können. Doch ein „Konstruktionsfehler bei der Spannungserfassung und eine PLC-Fehlkonfiguration“ verhinderten das automatische Startsignal an die Generatoren. Laut Google meldete die PLC-Logik eine intakte Netzquelle, obwohl beide Verteilungen spannungslos waren, und gab daher keinen Startbefehl. Die USV-Batterien liefen leer, die Zone verlor den Strom.
Korrekturen und nächste Schritte
Nach der Wiederanbindung ans Netz programmierte Google die PLC um, damit sich der Fehler nicht wiederholt. Am elektrischen Aufbau der Zone seien mehrere Änderungen vorgenommen und erfolgreich getestet worden.
Zwei Maßnahmen folgen: Eine „Communications Enhancement“ soll über einen automatisierten Mechanismus von der Warnung bis zur Kundenmitteilung Benachrichtigungen bei standortbezogenen Störungen beschleunigen. Zudem will Google die plattformweiten Testergebnisse für Ereignisse auf Infrastrukturebene ausweiten.
Für Kunden zeigt der Fall, dass Redundanz auf dem Papier nur zählt, wenn die Steuerlogik auch unter ungewöhnlichen Bedingungen wie Wartungsphasen mit geringerer Ausfallsicherheit funktioniert.
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