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Gaming·2 Min. Lesezeit

GOG träumt von physischen Spielekopien aus der eigenen Bibliothek

GOG-Manager Marcin Paczyński wünscht sich, dass Spieler physische Kopien ihrer digitalen Bibliothek bestellen können. Angekündigt ist der Dienst bislang nicht.

A retro PC game big box next to a laptop showing a digital game library.
Bild: Spider's Web

GOG möchte Kunden künftig ermöglichen, physische Exemplare von Spielen zu bestellen, die bereits in ihrer digitalen Bibliothek liegen. Marcin Paczyński, bei dem polnischen Shop für Geschäftsentwicklung und Partnerschaften zuständig, nannte das im Gespräch mit GamesRadar+ sein Wunschszenario. Es handelt sich bislang um einen Wunsch, nicht um einen angekündigten Dienst.

Das Modell klingt einfach: Bibliothek öffnen, Spiel auswählen, bestellen und warten, bis das Paket zu Hause ankommt. Paczyński bezeichnete den Aufbau eines solchen Geschäfts jedoch als „sehr, sehr kompliziert“. GOG ist vor allem ein digitaler Vertrieb; physische Editionen bedeuten Produktion, Lagerhaltung und Logistik. Hinzu kommt die Rechtefrage: Eine Lizenz für den digitalen Verkauf umfasst nicht automatisch das Recht, physische Kopien herzustellen, die Publisher müssten also zustimmen.

Erste kleine Schritte

Im September kooperierte GOG im Rahmen des GOG Preservation Program mit dem Projekt Big Box Collection, das Originalverpackungen von Spielen digital archiviert. Star Trek: 25th Anniversary und Armikrog kamen neu hinzu, für die bereits enthaltenen Descent, Hitman: Codename 47 und Myst gab es zusätzliches Material. Für diese fünf Titel existieren komplette 3D-Scans von Vorderseite, Rückseite und Rücken sowie flache, druckfertige Grafiken, mit denen Fans eigene Replikate basteln können. Laut GamesRadar+ sieht GOG solche Aktionen als kleine Schritte in diese Richtung.

Welches Medium, und warum DRM-frei zählt

Welchen Datenträger GOG nutzen würde, ist offen. Optische Laufwerke sind im PC kein Standard mehr, und aktuelle Spiele belegen Dutzende oder über 100 GB, klassische Discs wirken daher unpraktisch. Flash-Speicher wäre denkbar, das ist aber Spekulation und kein GOG-Plan.

Bedeutsam wird die Idee durch das DRM-freie Modell von GOG: Offline-Installer sind verfügbar, der Client GOG Galaxy ist optional. Eine physische Edition ergäbe nur Sinn, wenn sie das Spiel tatsächlich enthält und nicht bloß als Zugang zu einem digitalen Dienst dient. Sie wäre ein optionales Produkt für ein bereits besessenes Spiel, keine Rückkehr der Schachteln ins Ladenregal. Diese Logik unterscheidet sich stark vom früheren Massenvertrieb und könnte die Wirtschaftlichkeit des gesamten Vorhabens verändern.

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