Darkbloom: Mac an KI vermieten bringt deutlich weniger als versprochen
Eigen Labs warnt die Teilnehmer von Darkbloom: Die Erlöse sind mager und dürften vorerst nicht steigen. Im August waren noch 120 bis 200 Dollar im Monat im Gespräch.

Darkbloom, das Netzwerk, das Mac-Besitzer für die Bereitstellung ihrer Grafikeinheit für KI-Modelle bezahlt, dämpft die Erwartungen drastisch. Die Erlöse seien gering gewesen und würden sich vorerst nicht erholen, schrieb Kydo, Forscher bei Eigen Labs, diese Woche an die Teilnehmer.
Das im April gestartete Projekt richtet sich an Besitzer von Macs mit Apple Silicon, die KI-Inferenz ausführen. Die Anfragen kommen über OpenRouter, ein Gateway, das Entwickleranfragen an verschiedene Modellanbieter verteilt. Der Mac-Besitzer behält den gesamten Ertrag. Im August bezifferte Eigen Labs das durchschnittliche Einkommen auf 120 bis 200 Dollar im Monat; französische Tester hatten daran bereits Zweifel angemeldet.
Für die meisten nur Centbeträge
Das Netzwerk zählt rund 800 Teilnehmer, die zwischen einigen Cent und wenigen Dollar pro Tag verdienen. Der Median der 50 Besten liegt bei 5,26 Dollar am Tag, knapp 160 Dollar im Monat. Für einen Mac mini M5 Pro mit 64 GB nennt Eigen Labs maximal 192 Dollar monatlich, allerdings nur bei Dauerbetrieb mit einem stark nachgefragten Modell.
Laut Kydo sind die Token-Preise seit Mai um 54 Prozent gefallen. Er verweist auf günstiger gewordene Rechenzentren: Die Leistung pro Nvidia-Cluster habe sich in diesem Jahr etwa verzwanzigfacht, die Margen reichten, um die Preise um 90 Prozent zu senken und trotzdem profitabel zu bleiben. Darkbloom hatte KI zum halben Preis der großen Anbieter versprochen, doch »der Markt hat unseren Preis eingeholt«. Weitere Preissenkungen seien möglich, würden die Einnahmen der meisten Teilnehmer aber noch weiter drücken.
Zudem gewichte OpenRouter bei der Verteilung der Anfragen Antwortgeschwindigkeit und Modellkompression offenbar stärker als den Preis. Für Macs ohne Max- oder Ultra-Chip lohne sich Inferenz laut Kydo »nicht mehr«.
Wie es weitergeht
Die Stromkosten sind nicht das Hauptproblem: Darkbloom selbst rechnet mit 1 bis 3 US-Cent pro Stunde für einen Apple-Silicon-Mac, während ein Mac mini M5 Pro unter Volllast bestenfalls 27 Cent pro Stunde einspielt. Die meisten Rechner im Netzwerk laufen aber weit davon entfernt, weil sie nicht durchgehend laufen oder Anfragen fehlen.
Eigen Labs sucht neue Einsatzfelder: Teilnehmer sollen auf besonders gefragte Modelle gelenkt werden, außerdem sollen Tests und Kompilierungen für Entwickler laufen. Dazu setzt das Unternehmen auf per Thunderbolt verbundene Mac-Studio-Cluster mit bis zu 512 GB Speicher pro Gerät. »Die nächste Phase wird ein Kampf, und ich erwarte, dass viele Maschinen gehen und der Slack ruhiger wird«, schreibt Kydo.
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