D-Propulse testet Rotationsdetonationstriebwerk für Indien
Das indische Startup D-Propulse hat ein 5-kN-Rotationsdetonationstriebwerk am Boden getestet. Flugtests sind für 2027 geplant, ausländische Abhängigkeit soll sinken.

Das 2025 gegründete indische Rüstungs-Startup D-Propulse hat ein luftatmendes Rotationsdetonationstriebwerk (RDE) mit 5 Kilonewton Schub vorgeführt. Nach Angaben des Unternehmens könnte die Technik Indiens Abhängigkeit von ausländischen Antriebsherstellern verringern. Flugtests sind zwischen Juni und Dezember 2027 geplant, eine limitierte Serienfertigung bis Ende 2028.
So funktioniert das Triebwerk
Herkömmliche Triebwerke verbrennen Treibstoff mit einer stetigen Flamme. Ein RDE nutzt dagegen Überschall-Detonationswellen für den Schub. Ein Funke zündet ein Kraftstoff-Luft-Gemisch, die entstehende Stoßwelle läuft tausendfach pro Sekunde durch eine ringförmige Brennkammer und verdichtet und entzündet dabei ständig frisches Gemisch. Das kann Triebwerke effizienter, kompakter und mechanisch einfacher machen – interessant für schnelle Drohnen und Raketen.
Mitgründer Saurav Jha, Gründer von Delhi Defence Review, behauptet, das Triebwerk sei „15–25 % thermisch effizienter“ als ein luftatmendes Strahltriebwerk und komme mit weniger beweglichen Teilen aus als eine Gasturbine. Mitgründer Dr. V. Ramanujachari leitete zuvor DRDOs Scramjet-Programm und forschte am IIT Madras an RDEs.
Im Juli 2026 zeigte das Startup den Testlauf in der DRDL-Einrichtung der DRDO in Hyderabad. Laut Unternehmen übertraf der Prototyp trotz reduzierten Luftstroms den erwarteten Schub und absolvierte fünf Bodentests innerhalb von 24 Stunden.
Kostenversprechen und Konkurrenz
Jha zufolge kann D-Propulse RDEs mindestens 60 % günstiger bauen als herkömmliche Staustrahltriebwerke. Die Zahl beruht auf prognostizierten Fertigungskosten und ist durch keine kommerzielle Produktion belegt. Umsatz und Kunden gibt es bislang nicht; als erste Abnehmer sieht das Unternehmen Indiens Streitkräfte.
Weltweit haben GE Aerospace und Lockheed Martin einen Rotationsdetonations-Staustrahlantrieb getestet, auch das US-Unternehmen Venus Aerospace verfolgt ähnliche Technik. Fortune Business Insights beziffert den Scramjet-Markt 2025 auf über 500 Mio. US-Dollar; die RDE-Chance soll bis 2030 über 2,4 Mrd. Dollar wachsen.
Was als Nächstes kommt
Am IIT Madras baut D-Propulse eine Brennkammer-Teststätte von mehr als 5.000 Quadratfuß mit rund 10 kg/s Luftmassenstrom und eigenem HPC-Cluster. Bald soll ein Verbrennungstest mit flüssigen Kohlenwasserstoffen folgen, eine Series-A-Runde ist bis Anfang nächsten Jahres geplant. Als frühe Einnahmequelle will das Startup zudem Testkapazitäten vermieten und so teure, langwierige Tests im Ausland vermeiden.
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