Crédit Mutuel Arkéa: Cyberangriff, rund 118 Millionen Euro entwendet
Die französische Bank Crédit Mutuel Arkéa bestätigt einen Cyberangriff mit betrügerischen Transaktionen. Berichten zufolge flossen rund 118 Millionen Euro in Kryptowährungen.

Die bretonische Bankengruppe Crédit Mutuel Arkéa mit Sitz im Département Finistère hat am Mittwoch, 4. November 2026, einen Cyberangriff eingeräumt, der „betrügerische Transaktionen“ ermöglicht habe. Der Vorfall sei inzwischen „unter Kontrolle“, Kunden entstehe kein finanzieller Schaden, so die Bank.
Den Schaden hat Arkéa bislang nicht beziffert. Die Regionalzeitung Le Télégramme berichtete, die Angreifer hätten 133 Millionen US-Dollar abgezweigt, etwa 118 Millionen Euro. Andere Quellen sprechen von mehr als 100 Millionen Euro. Wie die Täter in die Systeme eindrangen, ist offen; bekannt hat sich niemand.
Geld in Kryptowährungen umgeleitet
Als Erster schlug der Onchain-Ermittler ZachXBT Alarm. Am Sonntag meldete er Abflüsse von mehr als 106 Millionen Dollar in USDC und USDT bei einer nicht identifizierten europäischen Einrichtung und erhöhte seine Schätzung am Dienstag auf 133 Millionen. Ein Teil der Abhebungen erfolgte nach seiner ersten Warnung.
Laut dem Journalisten Grégory Raymond richtete sich der Angriff gegen Fortuneo, die Online-Bank des Konzerns. Die Täter hätten Überweisungen ausgelöst und den Empfängernamen selbst gewählt. Das Geld sei an Konten mit falschen Identitäten bei Plattformen wie Kraken, OKX und Crypto.com geflossen. Eine Quelle beschreibt, dass klassisches Geld abgezogen und anschließend in Kryptowährungen getauscht wurde, getragen von einem Netz aus „Mulen“-Konten.
Nach Analyse von ZachXBT wurden die Stablecoins in ETH getauscht, über Sofort-Tauschdienste (WellWallet, Kyrrex) geleitet und schließlich in Monero (XMR) umgewandelt, das Transaktionen unauffindbar machen soll. Die nordkoreanische Lazarus-Gruppe schließt er „mit hoher Sicherheit“ aus. Mehr als 30 Millionen Dollar hätten eingefroren werden können, wäre der Vorfall rasch gemeldet worden. Arkéa erklärte am Dienstagabend, die Informationen nicht bestätigen zu können.
Folgen für Kunden
Die Interessen der Kunden seien „vollständig geschützt“. Privatkonten scheinen nicht betroffen zu sein, einzelne Transaktionen wurden vorsorglich ausgesetzt. Die App der Bank zeigt seit Stunden eine Fehlermeldung, Überweisungen sind nicht möglich. Gegenüber der AFP kündigte Arkéa eine rasche Wiederaufnahme nach letzten Sicherheitsprüfungen an.
Wie nach jedem prominenten Angriff dürften Betrüger die Lage ausnutzen. Kunden sollten bei Anrufen, SMS oder E-Mails angeblicher Berater, die den Hack erwähnen, misstrauisch sein und niemals Bankcodes preisgeben.
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