Ceilab startet XAIVA Agent: KI sucht CCTV-Ereignisse per Sprache
Ceilab hat mit XAIVA Agent einen KI-Agenten für seine Videoanalyse-Plattform XAIVA vorgestellt, der Kameraereignisse per Texteingabe findet und erklärt.
Das südkoreanische Unternehmen Ceilab, das sich auf Physical AI spezialisiert, hat mit XAIVA Agent einen KI-Agenten für seine Videoanalyse-Plattform XAIVA auf den Markt gebracht. Leitstellenmitarbeiter müssen nicht mehr mehrere CCTV-Bilder und Alarmprotokolle durchsuchen: Sie stellen eine Frage in Alltagssprache, und der Agent findet und ordnet die passenden Ereignisse.
So funktioniert der Agent
Kernfunktion ist die Ereignissuche in natürlicher Sprache. Fragt jemand etwa nach den Zutritten in Gefahrenbereiche in Gebäude C am Vortag, sucht der Agent passende Ereignisse und beschreibt in Worten, was in der jeweiligen Szene geschieht. Eine Anfrage wie „Einbruchserkennung pro Zone in dieser Woche“ liefert Statistiken samt Veränderung zur Vorwoche; das Ergebnis lässt sich per Klick als PDF-Bericht herunterladen. Hinterlegte interne Sicherheitsvorschriften und Handbücher nutzt der Agent, um verwandte Fragen mit Quellen zu beantworten.
Auch wer nicht weiß, was er fragen soll, bekommt Hilfe. Der Startbildschirm zeigt unter „Jetzt prüfenswert“ Ereignisse, die gegenüber der Vorwoche zu- oder abgenommen haben, sich am selben Ort täglich wiederholen oder sich in bestimmten Zeitfenstern häufen, etwa „Eindringen an Eingang 3 an fünf Tagen in Folge“.
Der Agent betrachtet nicht ein einzelnes Video, sondern den zeitlichen Verlauf. Die XAIVA-Engine ist rund um die Uhr mit den Kameras vor Ort verbunden und erkennt mit mehr als 130 Vision-Modellen in Echtzeit fehlende Schutzhelme, Brände, gestürzte Arbeiter und Zutritte zu Gefahrenzonen. Der Agent wertet die über Wochen gesammelten Ereignisse nach Ort, Tageszeit und Wochentrend aus. Zusätzliche Entwicklung oder externe Anbindungen sind nicht nötig.
On-Premises und Regulierung
Die Analyse läuft vollständig auf den Servern des Kunden, auch in abgeschotteten On-Premises-Netzen ohne Internetverbindung. Video und Ergebnisse verlassen das Gelände nicht. XAIVA besitzt die KISA-Leistungszertifizierung für intelligente CCTV-Systeme und die GS-Zertifizierung der Stufe 1, erfüllt also Anforderungen von Halbleiter-, Pharma- und öffentlichen Standorten.
Die Nachfrage wächst, weil sich Südkoreas Arbeitsschutz in Richtung Prävention bewegt. Am 1. Oktober passierte eine Novelle des Arbeitsschutzgesetzes die Nationalversammlung; Arbeitsstopps sind künftig nicht nur bei unmittelbarer Gefahr, sondern schon bei befürchteten Risiken möglich. Seit Januar können Baustellen Kauf- und Mietkosten für Smart-Safety-Geräte wie KI-CCTV innerhalb der 20-Prozent-Grenze der Arbeitsschutzkosten voll ansetzen.
CEO Yoon Se-hyuk sagte, die Zahl der Kameras wachse schnell, es fehle aber an Personen, die sie beobachten. Künftig solle die KI relevante Szenen finden und erklären, während Menschen sich auf Entscheidung und Reaktion konzentrieren. Ceilab will den Einsatz auf Bau, Hightech-Fertigung, öffentliche Überwachung und kleinere Betriebe ausweiten. Im September gewann das Unternehmen Track 4 der NVIDIA AI City Challenge 2026, bei dem es um textbasierte Suche nach Personen und Anomalien geht.
Apps, die sich lohnen
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