Bedrock Robotics sammelt 600 Mio. Dollar für autonome Bagger ein
Bedrock Robotics schließt eine Series C über 600 Millionen Dollar ab und wird mit 4,1 Milliarden bewertet. Die Firma rüstet vorhandene Bagger autonom nach.

Das Start-up Bedrock Robotics aus San Francisco hat am 26. Oktober eine Series C über 600 Millionen Dollar angekündigt. Die Bewertung liegt damit bei 4,1 Milliarden Dollar. Zu den Geldgebern zählen Valor Equity, 8VC und der Venture-Arm von Nvidia.
Das 2024 gegründete Unternehmen baut selbst keine Maschinen. Es liefert Sensorik und Rechentechnik, die vorhandene Baumaschinen autonom machen. Laut Firmenangaben lässt sich das System an einem Tag installieren, ist kein dauerhafter Umbau und passt auf Bagger von 20 bis 80 Tonnen verschiedener Hersteller. Im Einsatz ist es bereits auf Caterpillar-Modellen vom Typ 352 und 336, etwa bei einer Kläranlage in Nevada und bei Erdarbeiten in Texas.
So funktioniert das System
Das System heißt Operator und erfasst die Umgebung mit Lidar, GPS und Bewegungssensoren. Ein Bordrechner plant die Bewegungen und führt komplexe Aufgaben aus, sobald ein Bauleiter den Tagesplan festgelegt hat. Wie bei selbstfahrenden Autos gibt es Sicherheitsfunktionen: Nähert sich eine unbefugte Person oder ein Objekt zu stark, stoppt die Maschine sofort und ohne Hilfe. Im Fahrerhaus sitzt niemand, doch ein menschlicher Aufseher überwacht den Betrieb und kann eingreifen.
Die Entwicklung verlief rasant. Im Juli 2025 verließ Bedrock mit 80 Millionen Dollar Startkapital den Stealth-Modus, im Februar folgte eine Series B über 270 Millionen Dollar bei 1,75 Milliarden Bewertung. Die neue Runde kam, nachdem die Bagger bei Kunden vollständig autonom arbeiteten. Seit 2025 habe sich die Kundenzahl verdoppelt, mit Verträgen in zahlreichen US-Bundesstaaten.
Fachkräftemangel als Argument
Bedrock verweist darauf, dass die Ausbildung eines erfahrenen Baggerfahrers fünf Jahre dauere. Der Branchenverband beziffert den Bedarf auf netto 349.000 zusätzliche Arbeitskräfte 2026 und 456.000 im Jahr 2027. Zugleich drohen Verrentungen, und wegen der Migrationspolitik ist ein Drittel der im Ausland geborenen Belegschaft gefährdet. Laut Bedrock ist jeder fünfte Bauarbeiter älter als 55.
Das Geld soll die Technik auf mehr Maschinen bringen und Feldarbeit, Vertrieb und Betrieb stärken. Verpflichtet wurden eine Betriebsvizepräsidentin mit Amazon- und Uber-Erfahrung sowie ein Jurist aus Ubers Sparte für autonomes Fahren. Geplant sind zudem Tests mit größeren Maschinen wie riesigen Planierraupen und Knickgelenkfahrzeugen. Konkurrenz gibt es auch in Europa: Das Schweizer Unternehmen Gravis Robotics erhielt im Sommer 200 Millionen Dollar von SoftBank.
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