Bank of Korea startet Scheinangriff auf ihr KI-taugliches Büronetz
Die Bank of Korea simuliert die Übernahme von Mitarbeitergeräten, um ihre gelockerte Netztrennung und das Zero-Trust-Konzept für KI-Nutzung zu prüfen.
Die südkoreanische Zentralbank Bank of Korea unterzieht ihr überarbeitetes Netzwerk im November und Dezember einem simulierten Hackerangriff. Dabei wird unterstellt, dass ein externer Angreifer das Arbeitsgerät eines Mitarbeiters übernommen hat. Geprüft wird, ob die für den KI-Einsatz angepasste Netztrennung einem echten Cyberangriff standhält.
Laut Branchenkreisen führen externe Sicherheitsexperten die Schwachstellenanalyse und den Penetrationstest durch. Ausgangspunkt ist ein gekaperter, ansonsten regulärer Dienstlaptop oder ein Tablet. Von dort versuchen die Tester, in interne Systeme einzudringen, Daten abzuziehen oder den Betrieb zu stören. Untersucht werden außerdem externe Zugangswege, interne Kabel- und Funknetze sowie das unternehmenseigene 5G-Netz der Bank.
Zero Trust auf dem Prüfstand
Kernfrage ist, ob interne Systeme geschützt bleiben, obwohl die gelockerte Netztrennung mehr externe Verbindungen zulässt. Selbst wenn Angreifer die erste Schutzschicht umgehen, soll sich ein weiteres Vordringen und die Ausbreitung des Schadens stoppen lassen. Dazu gehört der Test des Zero-Trust-Modells, das Nutzer und Geräte fortlaufend überprüft und Zugriffsrechte kontrolliert.
Der Test folgt dem Black-Box-Prinzip: Die Angreifer erhalten vorab keine Informationen über interne Systeme. Er umfasst 246 Ziele, darunter Server, Netzwerk- und Sicherheitstechnik sowie Administratoroberflächen. Außerdem wird nach Wegen gesucht, mit einem gewöhnlichen Nutzerkonto Administratorrechte zu erlangen. Bei Schwachstellen will die Bank Sicherheitseinstellungen ändern und gegebenenfalls neue Sicherheitssysteme einführen.
Hintergrund: Hackerwelle im Finanzsektor
Die Prüfung fällt mit der Umstellung des gesamten Personals auf das neue Arbeitsnetz zusammen. Die Bank löst die physische Trennung von Büro- und Internet-PCs ab und setzt auf einen einzigen Rechner für beides. Im vergangenen Jahr wurde das Modell mit rund 200 Beschäftigten pilotiert, nun folgt die Ausweitung auf alle.
Die Lage im Sektor erhöht den Druck. Laut der Finanzaufsicht FSC waren zum 14. Oktober 16 Finanzunternehmen betroffen, darunter Shinhan, KB Kookmin, Hana und BNK Busan Bank; rund 100.000 Datensätze wurden abgegriffen. Bei einer Notfallprüfung unter 555 Instituten meldeten 130 Mängel im Sicherheitsmanagement. Die Aufsicht nennt vor allem schwache Authentifizierung und Zugriffskontrolle bei extern erreichbaren Systemen.
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