Arkane Lyon: Drei Angebote, darunter Ubisoft, für Microsofts Studio
Für Arkane Studios in Lyon, die Macher von Dishonored, liegen Microsoft mindestens drei Kaufangebote vor, eines von Ubisoft. Dabei war die Schließung geplant.

Microsoft hat für Arkane Studios, den Entwickler von Dishonored und dem kommenden Marvel's Blade in Lyon, mindestens drei Kaufangebote erhalten. Das berichten mehrere mit den Verhandlungen vertraute Personen. Genannt wird nur Ubisoft. Noch Ende Oktober hatte Microsoft die Schließung des Studios vorgesehen.
Xbox prüfte zudem eine weitere Möglichkeit: den Verkauf des Studios an die eigene Führung. Für die 217 Beschäftigten in Lyon würde ein Verkauf das Aus abwenden. Eine Ende Oktober entdeckte Vereinbarung zeigte, dass Microsoft Arkane Lyon schließen und allen kündigen wollte.
Frist bis zum 13. Dezember
Arkane steht im Zuge des Xbox-„Resets“ zum Verkauf, den Asha Sharma, seit Februar Chefin der Sparte, am 6. Juli angestoßen hat. Sie kündigte damals rund 3.200 Stellenstreichungen bis Ende Juni 2027 an, davon 1.600 am selben Tag, sowie den Abgang von vier Studios. Seither strich Xbox weitere 268 Stellen.
Arkane wurde gesondert behandelt, weil das französische Recht vor einer solchen Umstrukturierung die Anhörung des Betriebsrats (CSE) verlangt. Das Florange-Gesetz von 2014 verpflichtet zudem Konzerne mit mindestens 1.000 Beschäftigten, bei einer geplanten Standortschließung einen Käufer zu suchen. Die Anhörung sollte am 13. November enden, Microsoft verlängerte sie um einen Monat bis zum 13. Dezember, um Optionen zu prüfen, etwa einen Partner für die Fertigstellung von Blade. Ein Xbox-Sprecher bestätigte, man prüfe Optionen vor einer Frist im Dezember.
Ubisoft selbst im Sparmodus
Die Konditionen der Angebote sind unbekannt, mit keinem Interessenten gibt es eine Einigung. Die Quellen halten einen Verkauf dennoch für deutlich wahrscheinlicher als eine Schließung; eine Einigung würde Arkane wohl erlauben, Marvel's Blade zu vollenden. Der Titel soll in ein bis zwei Jahren erscheinen, ein Termin fehlt.
Ubisoft steckt selbst in Schwierigkeiten: Am 21. Januar 2026 gab der Publisher die Absage von sechs Spielen bekannt und rechnete für 2025/26 mit einem operativen Verlust von etwa 1 Milliarde Euro. Zudem schloss er die Studios in Halifax und Stockholm. Zu den Berichten äußerte er sich nicht.
Ohne Käufer bleibt der Zeitplan bestehen: Schließung in zwei Etappen ab Ende 2026 und im ersten Quartal 2027. Arkane, 1999 in Lyon gegründet, schuf auch Deathloop und gehört zu ZeniMax Media, der Mutter von Bethesda, die Microsoft 2021 kaufte. Das Schwesterstudio Arkane Austin schloss 2024 nach dem Flop von Redfall.
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