Osegi
Hardware·1 Min. Lesezeit

SWARM Biotactics entwickelt KI-gesteuerte Cyborg-Kakerlaken

Das deutsche Unternehmen SWARM Biotactics baut Cyborg-Kakerlaken mit Elektronikrucksack für Aufklärung und Rettung. Offen bleiben Fragen zu Steuerbarkeit und Tierwohl.

A cockroach fitted with a small electronic backpack used for remote-controlled reconnaissance.
Bild: genbeta.com

Das deutsche Unternehmen SWARM Biotactics entwickelt Cyborg-Kakerlaken für Überwachung und Aufklärung. Lebenden Insekten wird dafür ein elektronischer Rucksack aufgesetzt, mit dem sie sich lenken lassen. So sollen Informationen aus schwer zugänglichen Gebieten gewonnen werden.

Das System verbindet die Beweglichkeit der Tiere mit Sensorik, sicherer Kommunikation und künstlicher Intelligenz. Laut Geschäftsführer Stefan Wilhelm lassen sich die Insekten einzeln steuern oder autonom im Schwarm einsetzen. Die Rucksäcke enthalten Module zur Nervenstimulation, die die Fortbewegung beeinflussen; zu den geplanten Sensoren zählen Kameras. Die KI übernimmt Verwaltung und Koordination der Sensordaten.

Finanzierung und Einsatzfelder

Das Unternehmen wurde 2024 gegründet. Im Juni 2025 kündigte es eine Finanzierungsrunde über 10 Millionen Euro an, insgesamt hat es damit 13 Millionen Euro eingeworben. Laut Mitteilung sollen die Mittel in operative Pilotprojekte und den Ausbau der Produktion von Rucksäcken und neuronalen Schnittstellen fließen.

SWARM bietet die Technik für Verteidigung und Sicherheit an und schlägt sie zudem für die Suche nach Überlebenden in eingestürzten Gebäuden vor. Dort könnten Größe und Wendigkeit der Insekten Vorteile bringen. Das Unternehmen gibt an, das System im Feld getestet zu haben; wie lange die Kontrolle in einem echten Einsatz hält, geht daraus nicht hervor.

Grenzen der Kontrolle und Tierwohl

Untersucht wird bei solchen Biorobotern unter anderem die Gewöhnung: Wiederholte elektrische Reize können zu schwächeren Reaktionen führen. In einer Studie in Soft Robotics hielten Rui Li und Kollegen die Kontrolle drei Stunden lang aufrecht, indem ein Algorithmus die Stimulation anpasste und Reaktivierungssignale einfügte. Das Ergebnis stammt aus den Experimenten der Autoren, misst nicht die Ausdauer des SWARM-Systems und lässt sich nicht auf Spionage- oder Rettungseinsätze übertragen.

Das Tierwohl bleibt umstritten. Eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit von Matilda Gibbons und Kollegen fand starke Hinweise, die mit Schmerzempfinden bei erwachsenen Kakerlaken vereinbar sind. Weil Forschungslücken bestehen, lässt sich nicht behaupten, dass die Tiere keinen Schmerz spüren.

Apps, die sich lohnen

SUMO: das Zahlenrätsel

Tippe die richtigen Felder, addiere, triff das Ziel. Leicht zu lernen, schwer zu meistern. Kostenlos, für jedes Alter.

Schlagwörter:swarm biotacticscyborg cockroachaisurveillancedefensebiorobotics

Mehr von diesem Tag

Alle anzeigen →

Mehr aus: Hardware

Alle anzeigen →