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KI·1 Min. Lesezeit

Klage gegen OpenAI nach Tod: ChatGPT-Rat zu Epilepsie-Medikament

Die Familie einer 31-jährigen Softwareingenieurin aus Seattle wirft ChatGPT vor, zur Dosisreduzierung ihres Epilepsie-Medikaments ohne ärztliche Aufsicht geraten zu haben.

A smartphone showing a ChatGPT conversation next to a medication blister pack and a gavel on a desk.
Bild: اليوم السابع

Die Familie einer 31-jährigen Softwareingenieurin hat Klage gegen OpenAI eingereicht. Sie wirft ChatGPT vor, der Frau Hinweise zur Senkung der Dosis ihres Epilepsie-Medikaments ohne ärztliche Aufsicht gegeben zu haben. Kurz darauf starb die Frau nach einem Anfall.

Die Klage betrifft Bowen Wan, die in Seattle lebte. Ihre Eltern berichten, sie habe ChatGPT auf Chinesisch gefragt, ob die Einnahme von 400 Milligramm Lamotrigin ihre Fähigkeit beeinträchtigen könne, Englisch zu sprechen. Nach Darstellung der Familie lieferte das System einen Plan zur Reduzierung der Dosis und ermutigte sie, ohne Information ihres Arztes weiterzumachen.

Die Vorwürfe im Detail

Laut Klageschrift deuteten die Antworten an, dass weniger Medikament ihre Sprachfähigkeit verbessern könnte. ChatGPT habe nicht vor den Risiken einer Therapieänderung ohne ärztliche Begleitung gewarnt. Zudem habe die App sie beruhigt, als Symptome auftraten, die mit Anfällen zusammenhängen. Wan starb am 12. Februar und wurde zwei Tage später gefunden.

Bei diesen Angaben handelt es sich um Behauptungen in einer Klageschrift, nicht um gerichtliche Feststellungen zur Verantwortung des Systems für den Tod.

OpenAI erklärte, man nehme den Fall ernst; die fraglichen Unterhaltungen seien mit einer älteren Version des Systems geführt worden. Neuere Versionen könnten Situationen, die ein dringendes Eingreifen erfordern, besser erkennen, so das Unternehmen.

Warum der Fall wichtig ist

Die Familie fordert Schadenersatz sowie Maßnahmen, die verhindern sollen, dass der Chatbot ohne Zulassung medizinisch tätig wird. Der Fall bringt eine offene Frage zurück auf den Tisch: Welche Grenzen müssen KI-Anwendungen einhalten, wenn Nutzer ihre Antworten als Ersatz für ärztlichen Rat verstehen?

Das Risiko ist konkret. Wer die Dosis eines Antiepileptikums ohne Rücksprache mit dem Arzt ändert, kann sich ernsthaft gefährden, und eine flüssige, selbstsichere Antwort eines Chatbots kann wie eine Behandlungsanweisung wirken.

Wer rechtlich haftet und ob die Gespräche ursächlich für den Tod waren, klärt das Gericht anhand der dort vorgelegten Beweise.

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Schlagwörter:openaichatgptlawsuitai health adviceepilepsylamotrigine

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