Gallium Defense sammelt 7,1 Mio. Euro für günstigen Drohnenradar ein
Das Pariser Startup Gallium Defense holt 7,1 Millionen Euro für den GDS-10, einen AESA-Radar aus handelsüblichen Bauteilen zur kostengünstigen Drohnenerkennung.

Das Pariser Startup Gallium Defense hat in einer Seed-Runde 7,1 Millionen Euro eingesammelt, um einen Radar zur Drohnenerkennung für Betreiber kritischer Infrastruktur und Streitkräfte in Serie zu bringen. Die am 2. November verkündete und im Juni abgeschlossene Runde führten Keen Venture Partners und 360 Capital an, beteiligt sind außerdem Omnes Capital und Polytechnique Ventures.
Das erste Produkt, der GDS-10, hat gerade seine ersten Tests im Freien absolviert. Es handelt sich um einen AESA-Radar (Active Electronically Scanned Array), dessen Strahl elektronisch ausgerichtet wird. Softwaregestützte Verarbeitung hilft, die empfangenen Signale auszuwerten und Ziele zu klassifizieren.
Der Preis als Argument
Gallium Defense setzt auf niedrigere Kosten: Das Team nutzt in großem Umfang handelsübliche Komponenten, kombiniert mit Edge-Computing und einer weitgehend softwaregesteuerten Architektur. „Wie deckt man 80 % des Bedarfs für 20 % des Preises ab?“, fragt Mitgründer und CEO Eric Fournier. Ein günstigerer Radar könnte mehr Standorte schützen oder mehr Erfassungspunkte ermöglichen. Das Verhältnis bleibe aber ein Konstruktionsziel, betont das Unternehmen.
Laut Unternehmen soll der GDS-10 eine Reichweite von 10 Kilometern gegen Drohnen der Klasse I und FPV-Drohnen erreichen, bei 360° Azimut und 90° Elevation. Er soll mehrere Drohnen gleichzeitig verfolgen, auch in einem Schwarm. Geplant sind eine zivile und eine militärische Variante auf gemeinsamer technischer Basis. Diese Angaben stammen vom Unternehmen; einen Testbericht zu Messbedingungen, Erkennungswahrscheinlichkeit oder Falschalarmrate gibt es nicht.
Team und Wettbewerb
Das im April 2026 in Paris gegründete Unternehmen hat drei Mitgründer: Fournier beriet 17 Jahre lang Verteidigungs- und Luftfahrtkunden bei der Boston Consulting Group. CTO Florian Lemoine war bei der NATO, BCG und der französischen Rüstungsbehörde DGA tätig, COO Robin Mandel bei Thales, BCG und Safran.
Der Markt ist nicht leer: Der niederländische Anbieter Robin Radar Systems vertreibt mit IRIS einen Drohnenradar, der dänische Hersteller Weibel bietet mit der Reihe XENTA Radare mit aktiver Antenne an. Mandel sagt, die Radare seien dafür ausgelegt, „in Hunderterstückzahlen statt als Einzelstücke“ gebaut und eingesetzt zu werden.
Das Geld fließt in Industrialisierung, Neueinstellungen, das Training von KI-Modellen und Vorführungen für zivile und militärische Kunden. Monatliche Demonstrationen sind angekündigt, Bestellungen für den GDS-10 sollen im ersten Quartal 2027 möglich werden. Keen Venture Partners will zudem sein Netzwerk bei europäischen Verteidigungsministerien und Industriepartnern einbringen.
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